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LSD – “Watch Out For The Third Rail” (The Dope Beat Edition)

(Melting Pot Music)

„Das größte Sample-Ratequiz der deutschen Musikgeschichte“ (Zitat: Scope) geht in die nächste Runde. 17 Jahre hat „Watch Out For The Third Rail“ von LSD nun auf dem Buckel und noch immer ist die Faszination dieses Hip-Hop Meilensteins ungebrochen.

Woran das liegt ist einfach zu erklären. Den vier LSD Mitgliedern Rick Ski, Future Rock, Defcon und Ko Lute ist es anno 1991 gelungen in mühevoller Kleinarbeit über zwei Jahre hinweg ein Album zu erschaffen, dessen musikalische Komplexität bis heute in keiner Weise eingeholt werden konnte.

„Der Plan war, noch mehr Samples zu benutzen als die Public Enemy-Platten und noch mehr Krach zu machen“, erinnert sich Future Rock. Diese Ziel wurde zweifellos erreicht. Der genaue Sampleumfang des Albums kann bis zum heutigen Tage leider nur grob geschätzt werden. Selbst LSD kennen die genauen Zahlen nicht, da man schon während der Produktionszeit die Samplequellen untereinander wie kleine Schätze geheim gehalten hatte. Einige Kenner sprechen allerdings von über 1000 Samples, die „Watch Out For The Third Rail“ beherbergen soll. DJ Shadows „Entroducing“ könnte damit also getrost die Koffer packen und sich von der Guinness-Buch Liste als Album mit den meisten Samples verabschieden. Doch das ist alles nur Nebensache.

Viel wichtiger ist, dass nach über 17 Jahren endlich eine Deluxe Re-Issue (2xCD/2xLP) des wegweisenden Klassikers von 1991 in den Regalen steht, die inklusive Instrumental Versionen, historischen Fotos und Linernotes dem Stellenwert dieses Alltime Classics gerecht wird. Allen Hip-Hop Generationen sei daher geraten, LSDs „Watch Out For The Third Rail“ den Respekt zu erweisen, den es verdient hat. Denn, um es mit den Worten von DJ Stylewarz zu sagen, „Wer LSD nicht kennt soll’s Maul halten!“

Atom One - “Masterpiece - Tales From The Cans”

(Superdope/Rough Trade)

Peter Parker ist Spiderman, Klark Kent ist Superman und der Lange ist und bleibt einfach Atom One, das Monster of Art. Mit „Masterpiece – Tales From The Cans“ halten wir nunmehr das dritte Solo Album des Too-Strong Altmeisters in unseren Händen, das uns tiefe Einblicke in das Seelenleben eines Writers verspricht.

Auf insgesamt 19 Songs zeichnet Atom One das facettenreiche Bild eines Mannes, der zwischen der zerstörerisch-schöpferischen Welt eines Writers und der pflichtbewussten Welt eines Vaters gefangen ist und manchmal von Selbstzweifeln zerfressen wirkt. Dabei sind die „Tales From The Cans“ keine erfundenen Geschichten sondern persönlicher Seelenstriptease des Hauptprotagonisten Atom One. Beinahe jeder Song strotzt vor Lebenserfahrung ohne dabei abgehoben zu klingen. Der vielzitierte erhobene Zeigefinger bleibt aus.

Ehrlichkeit, das ist es, was den Hörer auf „Masterpiece“ erwartet und diese Ehrlichkeit ist es auch, die dieses Album von geschätzten 90% aller anderen Deutschrapalben unterscheidet. Atom One muss niemanden mehr etwas beweisen, er kann sein wie er ist, auch wenn das oftmals bedeutet seinen weichen Kern offen zu legen. Damit punktet Atom One bei mir. Ich kann die Hin- und Hergerissenheit eines Writers zwischen Total Bombing und verantwortungsbewusstem Handeln fühlen. Zu den Highlights des Albums zählen für mich daher Songs wie „Schutzengel“, „Mein Sohn“ feat. Brenna, „Endzeitfarben“ feat. Pure Doze und „Live By The Cans“ feat. Skor82, dessen Strophe mich einfach total begeistert und eine Gänsehautstimmung a la „The Real Deal“ erzeugt.

Dem Pressetext nach eröffnet „Masterpiece“ den Reigen neuer Too Strong Veröffentlichungen. Ich sage nur: „Keep On – Too Strong!”

Das brandneue Video von Atmosphere zum demnächst erscheinenden Album “When Life Gives You Lemons, You Paint That Shit Gold”. Unbedingt sehenswert!

Coming Up…

Hallo da draußen,

eigentlich möchte ich Euch nur sagen, dass Fenster zum Hof noch lebt!

Leider habe ich momentan nicht all zu viel Zeit den Blog ständig up-to-date zu halten. Ich bitte dies zu entschuldigen und gelobe Besserung!

Um Euch schon jetzt einen Ausblick auf das was da so kommt zu geben sei nur gesagt, dass sich seit einigen Tagen Atom Ones “Masterpiece” Snippet hier her verirrt hat und auf eine Bewertung wartet. Außerdem werden wir Euch in Zusammenarbeit mit allesreal.de ein ausführliches Interview mit Atom One aka Der Lange präsentieren.

Also stay tuned!

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Awol One & Factor - “Only death can kill you”
(Cornerstone Records / Cargo)

Der Bay-Area-Künstler Awol One hat sich in der Vergangenheit mit Tracks wie “Rhythm” einen Namen bei HipHop-Kennern weltweit gemacht. Bei “Only death can kill you” handelt es sich nunmehr um Awolrus’ zehntes Studioalbum, auf dem der multitalentierte Rapper musikalisch von keinem Geringerem als Produzent Factor unterstützt wird. Nun mögen diese beiden Namen bei manchen Lesern mehr Fragen aufwerfen als beantworten, andere hingegen werden wissen, dass hier definitiv mit HipHop vom Feinsten gerechnet werden muss.

Gekleidet in ein für HipHop-Verhältnisse eher untypisches Artwork entfaltet sich die Energie des Albums geschickt über eine Gesamtspielzeit von rund 32 Minuten. Auf den ersten Blick scheint es etwas kurz geraten, aber dann stellt man schnell fest, dass hier zweifellos ein Album mit Mehrwert vorliegt.

Awol Ones Flow geht angenehm ins Ohr und wird durch Factors Beats perfekt in Szene gesetzt. Generell ist “Only death can kill you” sehr entspannt. Nervende Club-Tracks sucht man vergeblich. Dafür versetzen die insgesamt zehn Tracks den Hörer unmittelbar in eine ganz eigene Welt, in der man wie gefesselt an den Lippen des Geschichtenerzählers Awol One hängt. Wie derzeit kein zweites Album vermag mich “Only death can kill you” daher von Song zu Song aufs Neue zu fesseln. Die Sampleauswahl Factors ist mit nur einem Wort zu beschreiben - genial!

Die Symbiose von Rapper Awol One gepaart mit den so noch nie vernommenen Factor-Beats hat ein Album geschaffen, wie es nur alle paar Jahre vereinzelt zu finden ist. Das Fazit kann also nur sein: Wer ein innovatives Konzeptalbum mit hohem musikalischem Unterhaltungswert zu schätzen weiß, der sollte bei “Only death can kill you” unbedingt zuschlagen.

Diese Review erscheint mit freundlicher Genehmigung von allesreal.de

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Luckyiam -”Most likely to succeed”
(Legendary / Cargo Records)

Luckyiam, den die meisten noch von Mystic Journeyman oder den Living Legends kennen, liefert mit “Most likely to succeed” sein drittes Soloalbum ab. Wie der Titel schon verrät, handelt es sich um eine Zusammenstellung von Songs, von denen sich Tommy Woolfolk alias PSC/Luckyiam erhofft, endlich den großen Durchbruch zu schaffen. In Kombination mit einer großflächig angelegten nationalen Werbekampagne der Firma L-R-G in den USA scheinen die Zeichen für Luckys Unterfangen ausgezeichnet zu sein.

Was steckt nun aber im Detail in “Most likely to succeed”? Zunächst einmal bekommt man ein Album mit 13 Songs und rund 50 Minuten Spielzeit. Da Luckys Flow und Reim-Skills unglaublich ausgeprägt sind, lassen sich wirklich alle Tracks von der ersten bis zur letzten Minute feiern. Der anspruchsvolle Lyricist unterhält auf einem extrem hohen Niveau. Luckyiams Rap zeichnet Bilder, erzählt Geschichten und fließt dahin wie ein rauschender Fluss - ohne jedoch auf die Nerven zu gehen. Es empfiehlt sich daher unbedingt, das Album in einem Stück zu genießen. Anspieltipps sind: “Let’s go”, “Tear him down”, “Rap, Rap, Rap” und “Another day”.

Beattechnisch befindet sich das Album ebenfalls auf einem hohen Level. Wem das letzte Living-Legends-Album “Classic” gefallen hat, der wird sich bei “Most likely to succed” musikalisch gut aufgehoben fühlen.

Ob Luckyiam mit “Most likely to succed” der große Wurf gelingen wird, bleibt abzuwarten. Was er allerdings geschaffen hat, ist ein Album, das Underground Hip-Hop um ein großes Stück bereichert und wieder einmal beweist, dass gute Musik auch fernab großer Major Labels und deren Medienmaschinerie existiert. “Most likely to succed” sei allen treuen Rapliebhabern im Land daher wärmstens empfohlen.

Diese Review erscheint mit freundlicher Genehmigung von allesreal.de

Das alte Jahr hat sich gerade erst mit Pauken und Trompeten verabschiedet, da möchten wir Euch noch einmal die frischesten Alben des vergangenen Jahres zurück ins Gedächtnis rufen. Wir verzichten dabei absichtlich auf eine Top-Auflistung, da alle hier gelisteten Alben das Zeug dazu haben, auch im neuen Jahr vermehrt durch die Boxen der Republik zu dröhnen.

US-Alben:

- Black Milk - Popular Demand
- El-P - I’ll Sleep When You’re Dead
- Joell Ortiz - The Brick: Bodega Chronicles
- Little Brother - Get Back
- Luckyiam - Most Likely To Succeed
- Awol One & Factor - Only Death Can Kill You
- Marco Polo - Port Authority
- Mr. J. Medeiros - Of Gods And Girls
- RJD2 - The Third Hand
- Sean Price - Jesus Price Superstar
- Smif N Wessun - The Album
- Pharoahe Monch - Desire
- Phat Kat - Carte Blanche
- Talib Kweli - Eardrum
- Percee P - Perseverance

GER-Alben:

- Inflahbluntahz - Director’s Cut
- Pure Doze - Dozewriter
- Lunafrow - Psychtreibhaus 78
- Nico Suave - Nico Suave And Friends
- K.I.Z. - Hahnenkampf
- Germany - Die Stunde der Wahrheit

Als kleines Gimmick haben wir trotzdem für Euch einen kleinen Vote generiert. Wer die “Fenster zum Hof” Album Krone des Jahres 2007 bekommen soll, wird ab sofort von Euch demokratisch über die beiden Links bestimmt.

Es darf gewählt und natürlich heftigst diskutiert werden! Wir wünschen viel Spaß!

Definitely pure Hip-Hop!

Passend zur Albumreview von Little Brother möchten wir Euch noch einmal darauf hinweisen das man Little Brothers aktuelles Mixtape “And Justus For All” gemixt von DJ Mick Boogie für lau unter folgendem Direktlink erhalten kann.

Hier noch der Link zum Tracklisting und Artwork.

Also schnell gesaugt und ab auf den tragbaren Musikspender damit! 27 Tracks für umme, wo gibts denn sowas?

Wers noch immer nicht glauben will checkt www.myspace.com/littlebrother und sucht selbst nach dem Link.

Ich wünsche viel Spaß beim Hören!

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Little Brother - “Get back”

(ABB Records / Rough Trade)

Mit ihrem Debüt-Album “The Listening” (2003) wurden Little Brother über Nacht zum Geheimtipp vieler Rap-Liebhaber weltweit. Der frische Mix aus sample-basierenden Beats von 9th Wonder gepaart mit Native-Tongue inspirierten Raps der beiden MCs Phonte und Big Pooh wusste die Heads von der ersten Minute an zu begeistern. Die logische Konsequenz war es, das Nachfolger-Album “The Minstrel Show” (2005) über das Labelschwergewicht Atlantic zu veröffentlichen. Allerdings sorgte eben diese “Minstrel Show” für zahlreiche Kontroversen. Nachdem MTV und BET das Video zu “Lovin’ it” für zu intelligent befunden und abgelehnt hatten, musste schließlich sogar der Chefredakteur des Source Magazines, Fahiym Ratcliffe, auf Grund einer zu positiv ausgefallenen Plattenkritik seinen Hut nehmen. Die “Minstrel Show” entwickelte sich zum Ladenhüter - und Little Brother fiel in die Ungnade der mächtigen Musikindustrie. Dennoch erweiterte die Gruppe ihren Bekanntheitsgrad mit Hilfe von mehreren Mixtapes.

Mit der überfälligen Trennung von Atlantic Records Anfang 2007 ging allerdings auch ein anderer herber Verlust einher - 9th Wonder verließ Little Brother. Weltweit reagierten die Fans schockiert auf diese Meldung. Mutmaßungen über die Zukunft von Phonte und Big Pooh schossen wie Pilze aus dem Boden. Die meisten glaubten, dass der Weggang des Beat-Masterminds über kurz oder lang zum Debakel für Little Brother werden würde. Doch falsch gedacht: Little Brother sind zurück.

Mit “Get back” präsentiert das zum Duo geschrumpfte Gespann aus North Carolina seinen neuen Longplayer. Wie immer sind die Wortspiele und der Textinhalt auf einem sagenhaft hohen Niveau. Little Brother können sich zu Recht als Erben der Native-Tongue-Bewegung bezeichnen. Egal, ob auf dem gesellschaftskritischen “Sirens”, dem mit dem Musikbusiness abrechnenden “Can’t win for losing”, dem beziehungsumschreibenden “Breakin my heart”, oder dem anti-materialistischen “Good clothes” - Phonte und Big Pooh wissen in jeder Lage zu überzeugen und eindringliche Gedanken in Bildform zu vermitteln. Die Beats stehen dem in Nichts nach. Was die Herren Illmind, Khrysis, Denaun Porter, Rasheed Hadee, Zo!, Hi-Tek, Nottz und 9th Wonder den beiden MCs als musikalisches Grundgerüst mit auf den Weg gegeben haben, macht einfach nur Spaß und ist nebenbei bemerkt einer der Kaufgründe für dieses Album. “Get back” setzt nämlich neue Standards im Mixing-Bereich. Wer’s nicht glaubt, sollte das neue Little-Brother-Album einmal auf vernünftigen Monitor-Boxen genießen.

Einziger Wermutstropfen bleibt die Tatsache, dass “Get back” nur über insgesamt 13 Tracks verfügt. Immerhin hat Little Brother uns Europäern zwei Songs mehr beschert als den Amerikanern. Für mich ist “Get back” eines der besten HipHop-Alben des Jahres. Es vereint Musikalität mit Inhalt und Aussage auf eine Art und Weise, wie sie heute im popgeschwängerten Rapgeschäft nur selten zu finden ist. Darum spreche ich hier ausnahmsweise eine dringende Kaufempfehlung aus!

Weitere Informationen unter: www.myspace.com/littlebrother, www.hallofjustus.com

Diese Review erscheint mit freundlicher Genehmigung von allesreal.de

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